Maßnahmen bei einem Epianfall:
„Tun Sie es oder tun Sie es nicht. Beides hat Ihre Auswirkungen!“ (Aus „die Hummel“)
╬ ERSTE HILFE:
„Es gibt nichts Gutes außer man tut es“
(Erich Kästner)
–> Als Karten zum Ausdrucken!
Erste Hilfe bei Anfällen:
Bewahren Sie Ruhe!
- Beobachten und registrieren Sie das Anfallsgeschehen mit den begleitenden Faktoren ( wie z.B. Verdrehen der Augen, Laute, Zittern) sorgfältig, dies ist für die Diagnose und die weitere Therapie sehr hilfreich.
- Bei den ersten Anzeichen eines Anfalles ( starrer Blick, Epilepsiekranker kündigt Anfall an, o.ä.) legen Sie die Person auf Bett oder Boden, um Sturzverletzungen zu vermeiden.
- Lockern Sie beengende Kleidungsstücke, vor allem am Hals und geben Sie eine weiche Unterlage unter den Kopf, um Verletzungen vorzubeugen. Bringen Sie Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, nach Möglichkeit außer Reichweite.
- Drehen Sie die Person nach dem Anfall in die stabile Seitenlage, wegen häufigen starken Speichelflußes.
Wann sollten Sie einen Arzt rufen?
- Wenn sich ein großer Anfall im Abstand von weniger als einer Stunde wiederholt, wobei ein bloßer Nachschlaf mit entsprechenden Reaktionen auf Weckreize nicht hinzugezählt wird.
- Wenn der Epilepsiekranke länger als 5 Minuten krampft oder zuckt und dabei blau im Gesicht ist.
- Wenn die Person bei einem kleinen Anfall länger als 30 Minuten auf Orientierungsfragen nicht antworten kann, weil diese kontinuierlich oder in Ketten oder in Serien auftreten.
- Wenn durch Vewirrtheit oder Bewußtseinsveränderung Hilflosigkeit oder Gefährdung besteht.
- Wenn aus Erfahrung im Einzelfall sich aus kleinen Anfällen mehr als ein großer Anfall entwickelt.
- Nur wenn die Neigung zu einem Status epileptikus bekannt ist, sollte nach vorheriger Absprache mit dem behandelnden Arzt eine (oder mehr) Rektiolen Diazepam gegeben werden (handzuhaben wie ein Klistier).
Maßnahmen nach Anfällen
- Es ist wichtig, bei dem Anfallkranken zu bleiben, bis er wieder voll orientiert ist. Unvollständige Orientierung oder Verwirrtheit tritt nach großen, aber auch nach kleinen (insbesondere psychomotorischen) Anfällen auf. Die meisten Anfallkranken sind nach wenigen Minuten wieder orientiert. Es gibt jedoch auch Kranke, bei denen es bis zu einer halben Stunde dauern kann. Um festzustellen, ob die Person wieder orientiert ist, eignen sich Fragen wie: “Wissen Sie, wo wir hier sind?”, “Welcher Tag ist heute?”, “Welches Datum ist heute?”, “Wo wollten Sie hingehen?”, “Wissen Sie, was los war?” usw.
Unbedingt zu vermeiden!
- Versuchen Sie während und unmittelbar nach dem Anfall möglichst wenig mit dem Anfallkranken zu tun (ihn an die Hand nehmen, festhalten, wegführen). Solche Handlungen in der Reorientierungsphase werden häufig mißverstanden und es kommt dann zu heftigen Abwehrhandlungen.
- Versuchen Sie nicht, die Glieder festzuhalten oder die verkrampften Hände zu öffnen.
- Versuchen Sie nicht, den Kiefer zu öffnen oder gewaltsam Gegenstände (Keil) zwischen die Zähne zu schieben, um Wangen- oder Zungenbiß zu verhindern.
- Versuchen Sie nicht, durch Schütteln, Klopfen, Riechmittel, Anschreien, Wiederbelebungsversuche den Anfall zu unterbrechen.
- Versuchen Sie nicht, die Person in der Nachschlafphase zu wecken.
Quelle: Deutsche Epilepsievereinigung
Weitere ERSTE HILFE-Quellen:
InformationsZentrumEpilepsie: (mit Broschüren zum Downloaden)
Erste-Hilfe-Massnahmen bei epileptischen Anfällen (Schweizerische Epilepsie-Stiftung)
Das richtige Verhalten bei einem epileptischen Anfall. (Eine ausführliche Info seitens des EDÖ.)


